Kleyers Adlerwerke

Adlerwerke

Die Adlerwerke wurden 1886 als Fahrradwerk von Heinrich Kleyer in Frankfurt gegründet. 1895 wurde daraus eine Aktiengesellschaft „ADLERWERKE AG, vormals Heinrich Kleyer“.
1898 hatte man die Produktion von Schreibmaschinen aufgenommen.

Nach in geringen Stückzahlen gebauten 3-Rädern (1897-1902) wurden ab 1900 4-Rad PKW gebaut. Anfangs noch mit Einbaumotoren von De Dion Bouton, produzierte man ab 1903 mit eigenen Motoren. Ab 1904 wurden eigene 4-Zylinder Motoren gefertigt. 1902 begann man auch mit Motorrädern mit 1- und 2-Zylinder 4-Taktern. Die steigende Nachfrage nach Autos und die Einführung der Steuer auf Motorräder führten 1907 zur Einstellung der Motorradproduktion.
Die Autoproduktion nahm eine rasante Entwicklung bis zum 1.Weltkrieg. Während des Krieges wurden vornehmlich LKW hergestellt.

Die Adlerwerke profitierten von dem Nachfrage-Boom Anfang der 20er Jahre. Das führte zu einer großen Vielfalt von angebotenen Autotypen. Nur der 6-25 wurde 1925-28 in einer größeren Stückzahl von 6500 Fahrzeugen gebaut. Zwar wurde man zeitweise der drittgrößte deutsche Automobilhersteller aber die kostenintensive Kleinserien-Typenvielfalt führte zu finanziellen Schwierigkeiten.

Mit der Einführung eines neuen Großserien-Bauprogramms (Favorit, Standard 6, Standard 8) 1927 waren die Adlerwerke auf der Erfolgsspur und konnten die Weltwirtschaftskrise überstehen. Ein großer Erfolg war 1932 der Beginn der Frontantrieb Produktion. Mehr als die Hälfte aller je gebauten Adler Fahrzeuge wurden in den 30er Jahren von den Frontantriebtypen Trumpf AV/EV und Trumpf Junior gebaut. Als Heckantriebfahrzeuge wurden Primus, Diplomat und 2,5L Typ 10 „Autobahn“ sowie Lieferwagen und LKW angeboten. 1934–41 wurden auch Motorfahrräder mit 74 ccm/98 ccm Sachs Einbaumotoren hergestellt. Als Hersteller von Doppeldecker-Sportflugzeugen hatten die Adlerwerke 1934-35 keinen Erfolg.

Eingespannt in die NS-Kriegsproduktion wurden ab 1940 Kettenfahrgestelle und Motoren für Halbkettenfahrzeuge hergestellt.
1945 war das Adlerwerk zu mehr als der Hälfte zerstört. 1948 wurde es wieder von den Amerikanern freigegeben. Trotz der Entwicklung viel versprechender Auto Prototypen konnte eine Autoproduktion nicht wieder aufgenommen werden. Da lag einerseits daran, dass die Adlerwerke in Frankfurt keine Karosserieproduktion hatten und nach der Zerstörung des Ambi-Budd Karosseriewerks in Berlin der wichtigste Zulieferer wegfiel. Andererseits verweigerten die Amerikaner die Lizenz für die Autoproduktion, weil sie in ihrer Zone einen amerikanischer Autoproduzenten (GM mit Opel in Rüsselsheim) schützten.
Die Adlerwerke konstruierten daraufhin Motorräder und produzierten 1949-55 ca. 150.000 2-Takt Motorräder mit 100-280 ccm.
1955 wurden die Adlerwerke von der Fa. Grundig übernommen und Grundig legte die Adler Schreibmaschinen-Sparte mit der eigenen Triumph Schreibmaschinen Produktion zu Triumph-Adler zusammen. Gleichzeitig wurde die Motorradproduktion eingestellt. Schon 1954 hatte man die Fahrradproduktion aufgegeben.
In den folgenden Jahren wechselten die Adlerwerke mehrfach den Besitzer.
Nach Ende der Schreibmaschinen Produktion 1998 am Standort Frankfurt, wurden auch die letzten Immobilien der Adlerwerke verkauft.
Der Name „Adlerwerke AG“ gehört heute der Adler Real Estate AG, Hamburg,einer Immobilien AG mit mehr als 50.000 Wohnungen.
Triumph-Adler TA vertreibt heute Drucker und Netzwerk-Hardware.
Das letzte Fabrikgebäude der Adlerwerke in Frankfurt steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt verschiedene Firmen, einen Kindergarten, ein Theater und die Kantine der Bahn AG.

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